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ACHTUNG! Dies ist ein mehrseitiger Beitrag!
Ich will alles auf einer Seite lesen! (längere Ladezeit!)


Fallstricke beim Pflastern eines Vorgartens – und wie wir sie gelöst haben. Einen Vorgarten beim Neubau zu pflastern ist eigentlich kein Problem. Wir wollten damals aber unbedingt keinen gepflasterten Vorgarten haben. Uns schwebte etwas mediterranes vor. So verlegten wir Natursteine in Beton. Sah schon gut aus, aber nach einigen Jahren und einigem Frost platzten einige Steine Schichtweise auf. Ja, die Steine waren vom Gartenbau übriggeblieben. Wir hatten einige Tonnen aus dem Steinbruch kommen lassen. Die Steine an sich sind unglaublich hart. Mit dem Bohrhammer anbohren oder dem Meisselaufsatz zerkleinern ging nicht. Aber Wasser und Frost haben ja Zeit.

Weiterhin bemerkten wir recht schnell, dass in der Nordlage des Grundstückes nicht viel wächst. Moos gedeiht aber gut. Auch Efeu wuchert prächtig. Der Boden ist immer feucht und kalt. Auf Steinen bildet sich Grünbelag. Rasen wächst in Büscheln. Kurz: Der Vorgarten sah richtig kacke aus. Also doch weg mit allem und durchgehend pflastern. Ruhe, fertig, aus. Wie gesagt: Da wächst ja eh nichts.

Dies ist keine direkte oder gar komplette Anleitung, hier zähle ich zumeist die ganzen Fallstricke auf, von denen ihr in den Selbst-ist-der-Mann-Heftchen nie etwas lesen werdet. Logisch, diese Probleme sind ja auch nicht allgemeingültig. Aber vielleicht findet der eine oder andere bei sich selber ähnliche bauliche Bedingungen vor und fragte sich, wie er das in den Griff bekommt.

ACHTUNG:
Ich hafte nicht für Schäden, die Ihr beim Nachmachen dieser Arbeiten anrichtet. Irrtümer sind ausdrücklich vorbehalten.
Wenn Euch irgendwas abfackelt, explodiert, auf die Füße fällt, zusammenbricht und Euch unter sich begräbt, Ihr eine gefackelt bekommt, irgendjemand in Eure ungesicherte Baugrube fällt, oder Ihr Euch einen Fingernagel abbrecht: Ich bin nicht schuld! Ich sage nicht: "Macht es genau so!", ich sage nur: Ich habe es so gemacht. Jeder muss selber wissen, was er da tut. Macht Euch vorher über Bau- und Ausführungsvorschriften schlau.


Ausgangslage

Im Vorgarten gab es mehrere Probleme und Aufgaben:

1.) Alten Weg entfernen, Betonplatte ggf. ebenfalls.

2.) Teilbetonierter Kellerabfang aus Natursteinen der Waschküche durch einen Kunststoff-Einsatz ersetzen. Betonfundament der Mauer entfernen.

3.) Alte Terrasse mit Steinfliesen entfernen. Einfassung aus Natursteinen in Beton entfernen.

4.) Kellerabfang aus Natursteinen des Gästezimmers mit einer neuen oberen Einfassung versehen und ein Fallgitter anbringen.

5.) Efeu entfernen.

6.) Einfassung für Wein bauen.

7.) Neue Fundamente für das Gartentor unter dem Pflaster setzen.

8.) Stromleitungen zum Gartenhaus, den Abfängen und der Pergola legen

9.) Die Vorderkante des Grundstückes ist abgeschrägt.


Wie organisiert man das alles am effektivsten? Unter der Terrasse befindet sich eine dicke Schicht Splitt. Die fasse ich ja nicht zweimal an, um sie zwischen zu lagern.

Aufgrund der vielen Arbeiten und Problemchen verdoppelten sich die Kostenvoranschläge der Gartenbauer nach dem ersten zugeschickten Angeboten. Das muss ich nicht verstehen, denn ich hatte eine genaue Auflistung, Bilder und Abmessungen geschickt. Auch beim Gespräch vor Ort wurden die Angebote noch bestätigt. Der endgültige, nachgereichte Kostenvoranschlag war dann in etwa doppelt so teuer. Ich schätze, dass die keinen Bock hatten.

Warum? Na, das werdet Ihr ja gleich sehen. :-)

Der Zustand war wie folgt:

Aufbau des Gehweges:
gehweg im bau
(Betonplatte des Gehweges, unter der Bodenplatte etwa 25cm Drainage))

Natursteinweg
(Natursteinweg)

kellerabfang naturstein
(Natursteinabfang Gästezimmer im Bau)

natursteinabfang ferig
(Natursteinabfang nach dem Bau)

natursteinabfang waschküche
(Natursteinabfang Waschküche im Bau)

waschküchenabfang fertig
(Abfang Waschküche fertig)

efeu vorgarten
(Efeu Vorgarten)

terrasse steinfliesen
(Terrasse, Betonfliesen – im Hintergrund)



Betonplatte entfernen

Der erste Gedanke war, dass ich die Natursteine entferne und einfach die Betonplatte als Untergrund lasse. Das ist durchaus legitim. Die Strassen im Wohngebiet wurden genau so genaut.
Als ich mit dem elektrischen Abrisshammer die Steine entfernt hatte und das Nievau prüfte, dachte ich: Machste einfach weiter. Nachher ist das Pflasterbett nicht stark genug.

Der Plan war, dass ich die Brocken einfach etwas verteile, mit Betonbruch oder Schotter auffülle und das alles dann verdichte. Unter der Platte war ja eh schon eine Frostschicht aus Schotter.

betonplatte abrisshammer
(Zertrümmert: Betonplatte)

betonplatte
(Fiel direkt danach ab: Stellstufe der Treppe)

Stellstufe fällt einfach ab

Die Stellstufe der Treppe kippte direkt um, nachdem ich mit der Betonplatte fertig war. Als ich mir ansah, wie die befestigt war, wunderte mich das nicht: Die war mit drei(!) Gips(!)flatschen auf die Perimeterdämmung geklatscht! Gips! Im Aussenbereich?! Kein Wunder, wenn sich das durch die übertragenen Vibrationen abrüttelt.
Dafür gibt es doch Natursteinkleber! Aber so arbeiten eben Profis in der Praxis. :-(

Ich brauchte zwei Versuche, da die Betontreppe offenbar krumm und schief war und die Perimeterdämmung diesen Unebenheiten einfach folgte. Viel hilft viel und beim zweiten Mal hielt es dann auch.

Gut, im November dauert es etwas länger, bis der Kleber letztlich abgebunden hatte. Solange war die Platte (die zum Glück nicht zerbrochen war) mit großen Schraubzwingen befestigt.

Damit sie mir nachher beim Verdichten und Abrütteln nicht wieder abfällt, füllte ich den Zwischenraum zwischen Natursteinplatte und Boden mit Natursteinbeton aus (Ausblühungen!). Das brauchte mehr Beton als gedacht, denn offenbar ist unter der Treppe mehr oder weniger ein Hohlraum. Ja, ich sage ja, dass die Bauarbeiter es seinerzeit wohl mit dem Verdichten des Bereiches um den Keller herum nicht so hatten. Augenscheinlich sind Bauarbeiter von Bauträgern nicht sonderlich motiviert.



Lichtschacht einbauen

Ich hasse es, in so einem Schacht zu stecken und da stundenlang zu arbeiten. Es ist kalt, dunkel und feucht.

Die Steine habe ich einzeln rausgeworfen und Tochter N® sammelte sie in Bottichen. Den Betonverbund der Steine konnte ich noch mit dem Boschhammer und einem Brecheisen lösen, aber das Fundament war dafür viel zu massiv. Da hatte ich wohl beim Bau übertrieben. Also musste auch da der elektrische Abrisshammer ran.
Die ganzen Brocken wurden auch gesammelt und wurden in der Tragschicht weiter verwendet.

Nach dem Abriss musste der Schacht breiter und tiefer werden, damit der Kunststoffkellerschacht dort hinein passt. Ich kaufte einen verstellbaren Schacht, damit ich variabel sein konnte.

verstellbarer Lichtschacht
(Lichtschacht, verstellbar)

lichtschachtbefestigung
(Befestigung des Lichtschachtes)

Der Lichtschacht wird mit den vier beiliegenden Schrauben waagerecht befestigt. Die Befestigung ist variabel, so dass man den Lichtschacht exakt ins Wasser legen kann.
Vorher habe ich an der Hauswand den Bodenverlauf markiert. Dieser richtet sich nach der Stellstufe und ist durchgehend waagerecht. Das Pflaster fällt in diesem Bereich später nach vorne ab.

lichtschacht keller
(Lichtschacht)

Warum habe ich das gemacht? Der Schacht war doch nett anzusehen. Naja, im Schacht des Gästezimmers wuchsen wenigstens noch einige Zierpflanzen in den Spalten zwischen den Steinen. Hier wuchs nicht einmal Efeu. Zu kalt, zu dunkel, zu feucht. Der Schacht war einfach nur pflegeintensiv. Später sollten an der Stelle auch Mülltonnen stehen, das wäre ein echter Akt gewesen, für den Schacht ein Gitter zu bauen, über das man die rollen könnte.


Putz bröckelt

Nachdem ich den Schacht passend ausgegraben hatte, stellte ich fest, dass die Bauarbeiter damals etwas arg sparsam mit dem Verputzen waren. Da musste ich also selber noch einmal ran. Auch die Verarbeitung des Putzes war nicht so super. Einiges musste ich wieder abschlagen und erneuern. An der Treppe fiel mir auch die Perimeterdämmung (eigentlich nur eine Art Sauerkrautplatte) direkt ab, als die Erde fehlte.

Im Schacht gab es also viel mehr zu tun, als ich anfangs annahm. Man sah den ganzen Mist einfach vorher nicht.




Efeu, Efeu, Efeu und Efeuwurzeln

"Efeu ist ein Unkraut." Den Spruch kennt jeder. Und er ist wahr! Geht einfach mal davon aus, dass die Wurzeln des Efeus in etwa den gleichen Raum einnehmen wie die Pflanze über der Erde. Beim Entfernen bricht es einem direkt ab oder es ist so zäh und flexibel, dass man nicht einmal ordentlich daran reissen kann. Naja, wie andere Wurzeln eigentlich auch. Das ganze Zeug musste aber weg. Weg unter der späteren Pflasterung und weg aus dem Kellerabfang des Gästezimmers.

Ich konnte ja dort schlecht die ganze Mauer einreissen... naja, vielleicht schon, aber man muss auch mal Grenzen setzen, sonst baut man ja ewig. Ich habe also das Efeu so weit es ging abgeschinitten und dann mit einem Brenner zwischen den Steinen den Rest verbrannt. Und das dauert und dauert. Die dicken Strunke sind so woller Wasser, dass die nur äusserlich ankokeln, aber nicht verbrennen.

efeu kellerabfang
(Efeu Kellerabfang)



Von Fluchten, Messungen und Randsteinen

An einem Haus ist nichts gerade. Ein Zentimeter (und auch mehrere) sind keine Maßeinheit. Wände sind gerade? Träumt weiter!

Als es darum ging, dass ich einen Endpunkt für die Bordsteine zum Garten hin benötigte, habe ich einfach eine Schnur an der Hauswand gespannt und diese nach hinten übertragen. Dort sollte der Bordstein enden. Ich setzte diesen auch und machte dann Feierabend. Es wurd dunkel und kalt.

Wie man einen Bordstein setzt, lest Ihr in Garagenbau Teil 2.

bordstein
(Bordstein gesetzt)

Ich schlief über diese Aktion und es kamen mir Zweifel. War das so richtig? Einfach die Hauswand nehmen? An der Hauswand endet quasi keine Steinreihe direkt. Da sind die Schächte und die Regenrinnen. Da geht es um ein paar Zentimeter. Aber am Randstein, da sieht man jede Abweichung und schräge Steine sofort.

Die Pflasterung des gesamten Vorgartens wird sich aber an der Vorderkante der Treppe ausrichten, weil man dort zuerst hinschaut und die Kante zur Straße hin sowieso schräg ist. Dort sind die Steine dann eh schräg angeschnitten.

Eine gerade Flucht von Bordstein und Hauswand wird man nachher nicht mehr sehen können, aber eben die zur Treppe hin. Alleine schon durch das Verlegemuster der Steine.

Ich nahm also die Laserwasserwaage in zielte auf den Bordstein...

DANEBEN! :-)

Fuck! Der Stein war schon gesetzt! Noch einmal ausgraben? Am Popo die Räuber! Dann giesse ich mir eben das kleine Stück, das fehlt!

bordstein gegossen
(Bordstein gegossen)

 

winkel kontrolliert
(Winkel kontrollieren, Flucht mit Bauschnur einhalten)

Die Richtschnur darf niemals das Werkstück berühren. Korrekten Abstand immer mit einem Zollstock kontrollieren.

richtschnur
(Richtschnur)

Bordsteine fertig
(Höhe und Flucht kontrollieren. Übergänge mit Wasserwaage als Richtlatte ausrichten)



Randeinfassungen bauen

Rund um den Wein


Die anderen Randeinfassungen, welche sich quasi im Pflasterbett befinden, wollte ich mit einbetonierten Pflastersteinen realisieren. Das soll nachher neinfach netter aussehen. Solche Arbeiten kosten halt richtig Geld, aber ich mache das ja selber.

randeinfassung
(Randeinfassung in der Planung)

So gefällt mir das schon ganz gut. Ich kaufe entweder einen 1er-Stein oder schneide einen mit der Flex durch. Die Armierungseisen habe ich bereits passend gebogen und probehalber aufgelegt.

randeinfassung pflastersteine
(Randeinfassung)

Hier liegt das eine Armierungseisen im Beton. Unter dem Beton befindet sich festes, verdichtetes Erdreich und Splitt als Frostschutz.

randeinfassung kontrollieren
(Immer wieder kontrollieren!)

randeinfassung fertig
(Randeinfassung fertig)

Die Fugen sind natürlich dicker als bei der späteren Pflasterung, aber so hält der Verbund eben besser. Beton ist ja kein Klebstoff.


Randeinfassung zum Nachbarn

Wieso dort kein Bordstein? Weil das Gartenbauunternehmen, dass die Nachbarn seiterzeit riefen, um deren Garten zu gestalten, den Bordstein direkt mittig auf die Grenze (also zur Hälfte auf unser Grundstück!) stellte. Dolle Show. Jetzt die Nachbarn närrisch machen? Sollen die vier Meter Randstein umsetzen, weil ich einen Meter Randstein nicht brauchen kann? Den halben Garten verwüsten?

Ich habe das Gefälle gemessen, dass mir ja durch die Trittstufenhöhe der Treppe vorgegeben ist. Tja, was heisst Gefälle? Ich kann dort nur waagerecht bauen, da der Kellerschacht den meisten Platz einnimmt. Kann ja schlecht ein Gefälle von 8cm auf 40cm realisieren, wie sähe das denn aus?

Der vorhandene Bordstein ist also viel zu niedrig. Aber so viel zu niedrig, dass ich mir selber aus Pflastersteinen und beton einen Randstein erstellen kann. Also ans Werk!

alte Koniferenstämme
(Koniferenstämme)

Bevor das Gartenhaus dort stand, befanden sich da eine Reihe Koniferen. Die Reste störten seinerzeit nicht den Fundamentbau, aber so konnten die jetzt nicht bleiben. Nach den ganzen Jahren in der Erde war das aber kein Akt. Mit der Spitzhacke rein und raushebeln, so verottet war der ganze Kram.

randstein zum nachbarn
(Randstein zum Nachbarn hin)

Gesagt, getan, erledigt. Die Nachbarn schauen an der Stelle auf die Kante der Steine. Die ist ja eh betongrau. Wäre der Randstein auch gewesen, passt also.


Randeinfassungen Gartenhaus

Man kann jetzt darüber streiten, ob man das Gartenhaus nicht besser abbauen und die Fundamente entfernen sollte. Aber das halte ich nicht unbedingt für notwendig. Sollte das Gartenhaus eines Tages erneuert werden müssen, so kauft man halt eines mit dem gleichen Grundriss, denn die Fundamente sind schon vorhanden. Soll es weg, so pflastert man eben die Teilfläche neu. Randeinfassung rausreissen und einfach durchpflastern. Wird jeden Tag auf Baustellen so gemacht.

Führungsschine randstein
(Führungsschiene)

dübel
(Festgedübelt)

Vom Garagenbau (Garagenbau Teil 1) bleiben immer einige Transportsicherungen übrig. So auch diese Schiene. Ich dübelte die kurzerhand in die Betonfundamente, direkt mit der Vorderkante auf die Höhe, die die Unterkante der Pflastersteine haben mussten. So muss ich mich nur noch um ein eventuelles Kippen der Steine beim einbetonieren kümmern. Die Schiene liegt nachher komplett im Beton.

richtlatte
(Latte hält die Flucht ein)

Vorne nahm ich eine Dachlatte, die ich mit in den Boden geschlagenen Armierungseisen zur Fixierung der Steine benutzte.

Vorne am Gartenhaus war aber der Rahmen eingezogen und die Fundamente entsprechend weit hinten. Aber glücklicher Weise passte auch da eine Dachlatte perfekt als Führungsschiene. Die bleibt da auch drin, soll die wegen mir später verrotten. Das stört ja nicht, da an der Vorderseite sowieso eine Blende um den Rahmen des Hauses geführt ist. Wir entsinnen uns: Das gesamte Grundstück ist schräg.

gartenhaus
(Gartenhaus)

Randeinfassung gartenhaus
(Randeinfassung Gartenhaus)

randeinfassung detail
(Randeinfassung im Detail)

Durch die beiden Dachlatten war das alles sehr einfach: Ordentlich Beton einfüllen, der rieselt ja auch unter das Haus, und die Steine einfach bündig einklopfen. Damit ist der Beton auch verdichtet. Rückenstütze verdichten und glätten. Fertig.

einfassung gartenhaus
(Einfassung rundum ist fertig)


Einfassung Kellerabfang Gästezimmer

Das gleiche Prinzip fand beim Kellerabfang Anwendung. Nur mit einem Nachteil: Da ist es viiiiel komplizierter und fummeliger. Der Grundgedanke war auch hier, dass die Randsteine bereits in sich als Verbund hielten. Der Druck vom Pflaster soll in einen Halbkreis verteilt werden. Da fallen eckige Pflastersteine raus. Aber es gibt ja Rasenkantensteine! :-)

Auch hier musste ich das übliche machen: Nivellierung, späteres Gefälle einplanen, dieses mit den vorhandenen Randsteinen und Einfassungen via Laser aus tarieren.

Ich musste die vorhandene Mauer mit neuen Steinen höher bauen, da das Bodenniveau etwas steigt. Früher war dort halt ein Beet mit Buchsbäumen drüber.

Als Fundament für die Randsteine musste ich natürlich dort einen Betonsockel aufbauen, der ebenfalls die obere Reihe der Steine befestigt. Ich habe mir dazu aus Möbelrückwandstreifen (Baumarkt, Reste beim Zuschnitt), Stützen, Schraubzwingen und Heringen eine Schalung gebaut. Ja, richtig, der Beton läuft da unten wieder raus, da muss man aufpassen und basteln und machen. Ist nicht so einfach.

 

Nach einigen Tagen des Fluchens und matschens war ich aber auch dort fertig:

Einfassung Kellerabfang
(Einfassung Kellerabfang)

Für das spätere Gitter habe ich Flacheisen unter die Steine gelegt. Bei eine Belastung würden die sich natürlich aushebeln, also musste ich die im Betonring um den Abfang festdübeln. Dazu musste natürlich der Beton leidlich aushärten, sonst sprengen die Dübel den weichen Beton. Das dauert alles schrecklich lang.


Tragschicht aufbauen

Steinlieferung

Mittlerweile kam die Lieferung mit den Steinen. Ich probierte einige Verlegemuster, auch wenn mir eigentlich klar war, dass wir uns auf Fischgrät einigen würden. Sieht gut aus und hält gut im Verband.

verlegemuster
(Doofes Verlegemuster ohne festen Verbund)

verlegemuster
(Klassiker, aber zu gerade für das herbstbunte Pflaster)

verlegemuster
(Das gefällt uns!)


Pfostenschuhe setzen

Die Pfosten für das spätere Tor und für die Sichtschutzwände und Zäune müssen auch gesetzt werden. Ich entschied mich für verzinkte Pfostenhalter zum einbetonieren. Die haben eine lange gebogene Stange, die man in den Beton steckt.

Also Loch ausgraben. 50cm reichen bei uns, um frostsicher zu gründen. Erde ordentlich verdichten. Splitt oder Kies als Sauberkeitsschicht einfüllen. Beton einfüllen, Pfostenschuh reinstecken und alles sorgfältig verdichten. Die Oberkante des Fundamente befindet sich etwas mehr als eine Pflastersteinhöhe unter dem Niveau des Bordsteines! WICHTIG! Ich wollte ja recht dicht an die Pfostenhalter pflastern und dort keinen hässlichen grauen Betonklotz im Pflaster haben.


Alte Pfostenfundamente

Was ist mit dem Pfosten unter der Pergola? Die war am Randstein befestigt und ich nutzte damals Einschlaghülsen. An der Stelle war aber der Beton der Rückenstütze im Weg. Ich wollte kein Betonfundament setzen, weil ich fürchtete, dass mir das wegbricht, da der Pfosten direkt an dem Randstein abschloss. Wie dem auch sei: Jetzt müsste ich die Pergola abbauen. Eigentlich. Aber der Pfosten war am Randstein verschraubt. quasi freischwebend in der Luft. Ach, ich erstellte einfach ein Betondundament und schob in dieses (durch den Schuh des Pfostens) vier Gewindestangen. Diese befestigte ich am Schuh mit je zwei Muttern und Unterlegscheiben. Ist jetzt vermutlich der massivste Ankerpunkt der Pergola.

Die beiden anderen Pfostenfundamente der Pergola waren aber Einschlaghülsen. Die hielten nun über ein Jahrzehnt. sollen sie auch weiter halten, passt schon. Das eine lag sowieso zwischen zwei Randsteinen von der Terrasse, das andere Fundament nach dem Setzen der neuen Randsteine ebenso. Die können so bleiben. Am Ende stecken die zur Hälfte sowieso in der verdichteten Tragschicht.


Tragschicht

Alle Randsteine sind gesetzt. Wurzeln sind entfernt, es kann mit der Tragschicht losgehen. Nähere Infos dazu findet Ihr in Garagenbau Teil 1 und Garagenbau Teil 2.

Wir haben die Erde ca. 30cm ausgehoben, bis wir auf festeren Boden waren. Gewachsenen Boden gibt es rund um das Haus sowieso nicht mehr.

Danach verteilten wir die Betonbrocken von der Gehwegplatte und füllten mit Betonrecycling und Schotter auf. Zuerst kamen dabei die Bereiche rund um das Gartenhaus dran, weil im Bereich der alten Terrasse noch sauberer Splitt lag.

tragschicht
(Tragschicht)

Treibsand
Beim Verdichten der Tragschicht stellte ich fest, dass sich ein Bereich direkt vor der Treppe seltsam anfühlte. Ja, man merkt die Vibrationen im Boden. Und genau an dieser Stelle fühlte sich das ganz seltsam an. Wie Wackelpudding. Stampfte ich dort mit den Handverdichter, spürte ich direkt, wie der Boden federte. Verdammt!

Die Stelle war ca. 40cm im Durchmesser groß. Offenbar wurde die Erde beim Bau seinerzeit nicht ausreichend verdichtet. Die haben die wohl nur da rein gekippt. Okay, beim Bau der Betonplatte für den Gehweg hatte ich den Boden auch nicht verdichtet. War ja nur ein Gehweg mit einer dicken Betonplatte darunter.

Was tun? Ausgraben? Durch das Betonrecycling und die darunter liegende großen Drainagesteine der ehemaligen Betonplatte? Wie weit soll ich da graben? Bis ich auf Höhe der Bodenplatte des Kellers bin? Also ca. drei Meter tief, oder was? Blödsinn! Völlig indiskutabel!

Ich kippte letztlich insgesamt vier kleine Schubkarren Schotter auf die Stelle und verdichtete die nach und nach. Korrekt. Der ganze Kram verschwand an dieser Stelle im Boden! Am Ende war dort ein Haufen Schotter, den ich nicht mehr weiter verdichten konnte, den planierte ich.

Das ist schon ein bisschen gruselig! Klar, für einen Stellplatz ist so eine Lösung nicht zu empfehlen, aber bei einem Gehweg mache ich mir jetzt weniger Sorgen.

Ja, ich übertreibe immer mit dem Verdichten und dem abrütteln. Aber ich will ja auch für Jahrzehnte Ruhe haben. Ich erwähnte schon im Artikel über den Garagenbau, dass ich hier einige Stellplätze der Nachbarn als Negativbeispiel gesehen habe und weiss, dass ein Pflaster nur so gut wie sein Unterbau sein kann. Beim Verdichten hilft viel halt viel. Meine Meinung.


Umschichtungen

tragschicht verdichtet splitt aufgefüllt
(Tragschicht verdichtet, Splitt aufgefüllt)

Hier sieht man den Splitt, den wir vom Bereich der ehemaligen Terrasse auf den verdichteten Teil der Tragschicht schaufelten. Im Hintergrund füllten wir schon neuen Schotter dorthin, wo einst die Terrasse war.

splitt verteilt
(Split verteilt)

splitt verteilt
(Splitt verteilt)

unterbau arbeiten
(Baustelle)

tragschicht verdichtet
(Tragschicht verdichtet)

tragschicht verdichtet
(Tragschicht verdichtet, verdichtet und noch einmal verdichtet)

Hier sieht man den Farbunterschied zwischen Betonrecycling und Schotter. Die Flächen wurden schon mehrfach verdichtet.


Pflasterbett vorbereiten

pflasterbett
(Pflasterbett)

Das Pflasterbett wird grob vorbereitet. Am Ende sollen die darauf gelegten Pflastersteine ca. 1cm über das Niveau der Randsteine stehen und erst dann auch das gleiche Niveau abgerüttelt werden.

Richtschnüre

Zuerst haben wir Richtschnüre gespannt, damit wir beim Pflastern alle Fluchten und Höhen korrekt einhalten. Es geht viel schneller als man meint, und man pflastert auf einmal schräg!

Bei der großen Fläche zieht man zuerste die Schnüre, löst sie wieder von den Befestigungspunkten und zieht dann ab.

Danach die Schnüre wieder befestigen ohne auf die abgezogene Fläche zu treten! Viel Spass dabei! :-)

pflaster richtschnüre
(Richtschnure zeigen den Pflasterverlauf an)

Richtschnur
(Rechter Winkel? Kontrolle ist wichtig!)

farbunterschiede pflasterbett
(Farbunterschiede)

Die Farbunterschiede kommen einfach daher, dass wir einige Beutel unterschiedlichen Materials mit der gleichen Körnung im Baumarkt nachkauften. Wegen einem Eimerchen fahren wir doch nicht wieder in den Steinbruch.

Abziehen pflasterbett
(Pflasterbett abziehen)

Abziehhilfen
(Billiger Trick: Winkel an Dachlatten)

winkel an dachlatten
(Andere Seite)

billiger trick
(Abziehilfe)

Trick 17:

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(Billiger Trick!)

Durch die Winkel sind die Dachlatten verstellbar. So kann man alles prima abziehen.



Pflastern

richtschnur pflasterung
(Richtschnur: Verlauf der Vorderkante der Treppe)

pflastern
(Erste Pflastersteine: es geht los!)

pflastern
(Women at work)

Wir teilten uns die Arbeit: Frau® und Tochter N® pflasterten, ich schnitt die Steine für die Ränder passend zurecht.

kurze tage
(Kurze Tage im November. Gerade noch zu erkennen Richtschnüre)

halbe pflasterung
(Halb fertig)

Im November sind die Tage kurz und so wurden wir auch nicht am gleichen Tag fertig. Macht ja nichts.

pflasterung lichtschacht
(Pflaster um Lichtschacht herum)

vorgarten gepflastert
(Pflaster ist fertig, erster Verdichtungslauf ist durch)

Nach dem Verdichten kehrte ich beigen Splitt diagonal in die Fugen. Warum kein Sand? Bei der Verwendung von Sand ist das Pflaster (tatsächlich) nicht mehr versickerungsfähig, was sich auf der Wasserrechnung (Abwasser!) bemerkbar macht.
Ja, natürlich in einigen Jahren sind die Fugen durch Dreck, Sand und Moos sowieso zu. Aber dann zählt es immer noch als "offen".

Pflaster verfugt


Fallgitter

Da er gerade noch auf dem Bild zu sehen ist: Der Kellerabfang und meine Lösung des Problems einer Abdeckung.
Ich gebe zu: meine Lösung ist das nicht. Ein Nachbar, einige Straßen weiter hatte einen wesentlich größeren Lichtschacht aus Steinen gebaut. Den hatte er mit einer aufwändigen und mit Stützen versehenen Stahlkonstruktion und einem einfachen Doppelstegzaun aufgebaut. Die Idee gefiel uns so gut, dass wir die für unseren "kleinen" Schacht übernommen haben.

Ich habe zweimal einen einfach Zaunpfosten mit der Flex gekürzt und einmal ein Hohlprofil aus Stahl als Streben benutzt. Das Hohlprofil ist kleiner, es muss nur die vordere Kante abstützen. Die Befestigung habe ich ja schon weiter oben beschrieben.

Danach legte ich einfach den Doppelstegzaun über das Loch, markierte mit einem Edding alle Schnittpunkte und schnitt mit der Flex alles unnötige ab. Schutzbrille tragen!

fallgitter über schacht
(Lose aufgelegt)

abdeckung lichtschacht
(Abdeckung Lichtschacht)

Der Lichtschacht ist nun bedingt von einem Erwachsenen begehbar, wenn man auf die Träger tritt. Als Fallschutz ist er perfekt.

Warum schliesst das Gitter nicht mit dem Pflaster bündig ab? Das haben wir auch getestet, aber es sah nicht gut aus. So ist es irgendwie stimmiger. Uns gefällt der Kontrast von neuem Pflaster und "alter Bausubstanz" sehr gut. Das trifft man in Seligenstadt sowieso sehr oft an.

Danach baute ich die Pergola komplett neu auf, lackierte sie und erweiterte sie.
Jetzt ist der Vorgarten endlich nutzbar.

Gartenhaus
(Gartenhaus)

Tor und Zaun weisses holz

vorgarten gepflastert
(Vorgarten / neue Terrasse)

pergola sonnensegel
(Pergola von oben mit Sonnensegel)

Pergola
(Pergola mit Sonnensegel und Bierbänken)

Die Rankgitter auf der linken Seite muss ich neu aufbauen. Mache ich, wenn ich mal Zeit und Muße habe.

pergola
(Pergola Frühstücksecke)

Wie gesagt, wie man die Arbeiten im einzelnen durchführt könnt Ihr in den Berichten über den Garagenbau nachlesen. Ich hoffe, Ihr habt nun eine Ahnung davon bekommen, was so alles bei der Gestaltung des Vorgartens passieren kann.



 

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